Häufig gestellte Fragen

Schick uns deine eigenen Fragen, wenn du denkst, dass sie hier erläutert werden sollten.

 Letztes Update: 24. Mai, 2021

Armut bekämpfen

Es gibt viele Beispiele für die Effektivität und den langfristigen Erfolg von direkten Cash-Transfer-Programmen. Rutger Bregmans Buch «Utopien für Realisten» gibt einen guten Überblick über einige dieser Programme. Darunter etwa «GiveDirectly», eine Non-Profit-Organisation mit Sitz in New York, die nachweisen konnte, wie direkte Cash-Transfers im ländlich geprägten Westkenia einen anhaltenden Anstieg der Einkommen bewirkte (+38%). Ebenso konnte eine signifikante Steigerung von Eigenheim- und Nutztierbeständen (+58%) verzeichnet werden, während die Anzahl an Hunger leidenden Kindern deutlich sank (-42%).

Engagements wie diese wurden ergänzt durch Experimente der Regierung in Uganda, die bei den Teilnehmenden eine Einkommenssteigerung von 50% nachweisen konnten, sowie eine um 60% höhere Chance, einen Job zu finden.

Quellen:

Princeton University
Johannes Haushofer, Jeremy Shapiro


Quarterly Journal of Economics
Christopher Blattman, Nathan Fiala, Sebastian Martinez

Es ist definitiv hilfreicher, als gar kein Geld zu senden. Viele Menschen setzen sich heutzutage für Chancengleichheit im Erwerbsleben ein. Dies ist zweifellos ein Ziel, wofür es sich einzusetzen lohnt. Allerdings wird dabei leider allzu oft der Umstand ignoriert, dass vielerorts ein Angestelltenverhältnis, wie wir es typischerweise kennen, weder möglich, noch erreichbar ist. Geldspenden können helfen, diese Barriere schrittweise aufzuheben, indem Menschen in Armut der Zugang zu Aus- und Weiterbildung, Arbeit und akzeptablen Lebensbedingungen verschafft wird.

Quellen:

Social Science & Medicine
Gustavo Angeles, Jacobus de Hoop, Sudhanshu Handa & weitere/span>


Journal of Development Economics
Sudhanshu Handa, Luisa Natali, David Seidenfeld & weitere

Streben nach Gerechtigkeit

Social Income ist keine Theorie der Gleichheit, sondern ein Akt der Solidarität. Wir sind hier, um die Welt fairer zu machen, indem wir uns dem immensen Unterschied zwischen zwischen arm und reich annehmen und ganz konkret eine einfache und wirksame Umverteilung ermöglichen. Diese Umverteilung hilft Menschen in Not, selbstbestimmt Veränderungen einzuleiten und einen gewissen Grad finanzieller Unabhängigkeit zu erlangen.

Das Ganze funktioniert so lange, wie Ungleichheit besteht.

Staaten und Märkte sind dazu imstande – zumindest in der Theorie. Doch nicht alle Staaten können angemessen für ihre Bürger*innen sorgen und nicht alle Märkte kreieren dauerhafte Chancengleichheit für alle.

An diesem Punkt kommt eine dritte Option hinzu: wir selbst. Wir sind sehr wohl fähig, soziale Ungleichheit zu erkennen und wir sind auch fähig, für benachteiligte Menschen Empathie zu empfinden. Ebenso verfügen wir über finanzielle Mittel und die technologischen Fähigkeiten, Geld global zu bewegen. So betrachtet fehlt es an nichts, um die globalen Missstände von heute zu beseitigen.

Solidarität

Ja, das glauben wir. In einer globalisierten Welt, die fast keine Grenzen mehr kennt, begreifen wir die Weltbevölkerung als eng verbundene Schicksalsgemeinschaft.

Solidarität ist heute eine gefährdete Ressource. In einer Ära, in der Individualität über alles andere gestellt wird, tritt unser Sinn fürs Gemeinwohl oft in den Hintergrund.

Die grössten Herausforderungen, welche die Menschheit heute zu bewältigen hat – egal ob wirtschaftlich oder ökologisch – sind zu komplex und verkettet, um ohne die Ressource der Solidarität gelöst zu werden. Individualismus mag ein Weg zur Selbstfindung sein, aber er ist von begrenztem Nutzen, wenn es um die Lösung von globalen Herausforderungen geht – wie sozialer Ungleichheit und Armut. Werden Projekte, die auf dem Prinzip der Solidarität basieren, entsprechend adaptiert, so glauben wir, dass Solidarität in Zukunft gar stärker gelebt wird denn je, denn Solidarität verbindet.

Eine solche Adaption beinhaltet, dass alle, die sich solidarisch engagieren wollen, dies tun können, ohne von irgendwelchen Hürden aufgehalten zu werden. Social Income bietet eine Möglichkeit unter vielen, aktiv einen Solidaritätsbeitrag zu leisten. Allerdings mit einem radikal neuen Ansatz, einer globalen Perspektive und durchaus disruptivem Potenzial.

Bedingungsloses Grundeinkommen

Wie das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) basiert auch die Idee von Social Income auf regelmässigen Zahlungen, die nicht an Bedingungen geknüpft sind. Dies im Sinne der Sicherung eines Existenzminimums, welches den Menschen – meist Bürger*innen eines bestimmten Landes oder einer bestimmten Stadt – individuell entrichtet wird. Während das bedingungslose Grundeinkommen vom Staat oder von einer Verwaltung ausbezahlt wird, wird Social Income von Privat- zu Privatperson überwiesen. Dies bedeutet, dass Social Income weder von politischen Entscheiden, noch von entsprechenden Budgets oder Steuern abhängig ist. Social Income richtet sich ausdrücklich an Menschen, die in Armut leben. Insofern ist das oberste Ziel von Social Income die freiwillige Umverteilung von Wohlstand ­– was beim bedingungslosen Grundeinkommen nicht zwingend der Fall sein muss.

Die Grundidee hinter dem bedingungslosen Grundeinkommen besteht darin, den Empfänger*innen Geld für ihre Existenzsicherung zur Verfügung zu stellen, welches sie ohne Verpflichtungen und nach ihrem Gutdünken einsetzen können.

Spender*innen

Um die Idee von Social Income skalierbar zu machen, müssen wir sicher sein, dass das System verlässlich funktioniert. Um dies sicherzustellen, haben wir klein begonnen. Das bedeutet, dass wir in der Startphase zunächst eine überschaubare Anzahl von Empfänger*innen mit einer entsprechenden Anzahl Spender*innen zusammenbringen, die bereit sind, regelmässig einen Beitrag zu leisten. Wir denken, dass 1 % des Einkommens für Spender*innen ein guter Startbetrag ist, um sich zu engagieren: Der Betrag ist zu klein, als dass er grosse Auswirkungen auf den eigenen Lebensstil hätte, aber genug, um im Leben der Empfänger*innen eine positive Veränderung zu bewirken.

Im Folgenden ein Beispiel, um das Potenzial der Idee von Social Income zu verdeutlichen: In der Schweiz beträgt das durchschnittliche Monatseinkommen rund 6000 CHF. Angenommen ein Viertel aller Schweizer Bürger*innen würden Social Income mit 1 % ihres Gehalts unterstützen, so würde dies ein Grundeinkommen für ganz Sierra Leone ermöglichen. Dieses vereinfachte Rechenbeispiel vermittelt einen guten Eindruck von den Chancen des Solidaritätsprojekts.

Jederzeit, ohne Begründung. Ganz einfach, indem du nach dem Login deine Präferenzen entsprechend anpasst.

Wir versuchen, die typischen Bildwelten von NGOs, die in Afrika tätig sind, zu vermeiden, da diese tendenziell negative Stereotypen befeuern. Wir glauben, dass wir alles tun sollten, zu dem wir imstande sind, um das Leben von Menschen in Not zu verbessern – insbesondere, wenn dies für uns mit relativ geringen Kosten verbunden ist. Und wenn es um die Beschaffung von Spendenmitteln geht, so sind wir überzeugt, dass rationale Argumente, wie die oben genannten, ebenso effektiv sein können, wie emotionale Appelle.

Empfänger*innen

Wir eruieren mögliche neue Empfänger*innen aufgrund der Vorarbeit unserer lokalen Kontaktpersonen und Empfehlungen von Partnern und NGOs vor Ort. Als übergeordnetes Prinzip verpflichten wir uns, Menschen in Not zu unterstützen und halten uns dabei strikt an ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis.

Die Grundidee hinter dem bedingungslosen Grundeinkommen besteht darin, den Empfänger*innen Geld für ihre Existenzsicherung zur Verfügung zu stellen, welches sie ohne Verpflichtungen und nach ihrem Gutdünken einsetzen können.

Wir arbeiten eng mit lokalen Partnern vor Ort zusammen, um künftige Empfänger*innen zu bestimmen. Aktuell besteht keine Möglichkeit, über unsere Website einen Antrag auf ein Social Income zu stellen.

Man muss irgendwo anfangen. Und Sierra Leone ist in vielerlei Hinsicht ein sinnvoller Startpunkt. Als eine der jüngsten Demokratien der Welt führt das Land regelmässig die Rangliste der ärmsten Nationen an. Verantwortlich dafür ist vor allem ein Bürgerkrieg, der bis ins Jahr 2002 anhielt. Schlechte Infrastruktur, ein Mangel an Bildungschancen und Ungleichheit tragen zur desolaten Situation bei.

Es wurden aber auch grosse Fortschritte erzielt, namentlich in der Verbreitung des Mobile Bankings in den urbanen Teilen des Landes. Sierra Leone ist also nicht nur auf Hilfe angewiesen, sondern auch einzigartig gut positioniert, um in Form eines digital-fokussierten Ansatzes Hilfe zu erhalten.

Unsere Mission ist nicht auf Afrika beschränkt. Wir glauben, dass der individuelle Handlungsansatz eine universale Wirkung entfalten kann. Und wir hoffen, die Reichweite des Projekts weltweit auf Menschen in Not ausweiten zu können, auch auf Länder in Lateinamerika und Asien. Vorerst gilt die Initiative aber Sierra Leone, wo wir unsere Energie bestmöglich fokussieren und Erfahrungen sammeln können.

Die Kunstwelt

Das Gründungsteam von Social Income hat enge Kontakte zu der Kunstwelt, die es ermöglicht haben, erste Projektschritte zu initiieren. Wir glauben, dass gerade auch die Kunstwelt eine verstärkte Verantwortung hat, kulturellen Austausch aufzubauen und Mitmenschen in Not zu unterstützen. Mehr über Kunstwelt und Social Income findet sich hier.

Mitmachen

Wenn du eine sinnstiftende Aufgabe suchst, du weniger über dich selber nachdenken und dich dafür mehr um das kollektive Gemeinwohl kümmern willst, dann nimm Kontakt mit uns auf.